Dienstag, 28. Februar 2012

Roland Düringer im Club 2: Alle Parteien sind gleich - nur die FPÖ ist links

Politik als Möglichkeit der Gestaltung kann Roland Düringer wenig abgewinnen. Ob SPÖ, ÖVP, BZÖ, FPÖ oder Grüne - alle sind für ihn gleich verdammenswert. Es handle sich nicht um "Politiker" sondern um "Politikerschauspieler, die so tun als wenn sie Politiker wären", klärt uns der Schauspieler Düringer im Club 2 (ORF 2) auf.

Aus Perspektive einer radikalen Staats- und Gesellschaftskritik könnte man Düringer - trotz aller Plattheiten - vielleicht sogar recht geben. Allerdings lehnt er wenig später auch jede Form von Basis-Organisierung und individuellem gesellschaftlichem Engagement ab. Bringt eh nix und ist alles nur Heuchelei. Denn auch Atomkraft-GegnerInnen würden schließlich Strom verbrauchen, so Düringer.


Bezüglich der Parteien-Frage ist er allerdings mehr inkonsequent. Gegen Ende der Diskussion lanciert er eine Bemerkung, auf deren Schwachsinnigkeitsgrat schon der auf Pseudo-Tabubrüche hinweisende Selbstviktivimisierungs-Einleitungssatz hindeutet: "Jetzt sage ich wahrscheinlich ganz etwas unpopuläres und alle werden gleich furchtbar schreien."[1]

Geschrien hat dann natürlich niemand, trotz des seit diesem Club 2 durchs Internet geisternden Schwachsinsstatement wonach "die FPÖ und der Herr Strache in Wirklichkeit in Österreich die einzige Linke ist". Erstaunlicherweise erntet gerade dieser Satz viel Zustimmung bei Düringers Fans, die - und das würde ich ihnen an dieser Stelle zubilligen - in der Mehrheit wohl nicht mit der FPÖ sympathisieren. Gerade deshalb ist die Argumentation der Fans so bemerkenswert wie naiv. Ein User auf Facebook schreibt:
"Die Aufgabe, welche die LINKE haben MÜSSTE, nämlich das Volk aufzuwiegeln um dem Staat eine Ohrfeige zu verpassen, die übernimmt Dummbeutel Strache! Somit ist er der 'einzig Linke'. Jetzt kapiert?"[2]
Vergessen wird dabei, dass die von der FPÖ betriebene Aufwiegelung weniger eine gegen den Staat als eine gegen demokratische Grundwerte ist (und damit sind nicht nur die der repräsentativen Demokratie gemeint). Nicht zuletzt ist es eine Mobilisierung, die viel stärker an rassistische und antisemitische Impulse anknüpft als an Motive wie soziale Gerechtigkeit.

Einer Vorstellung von gesellschaftlicher Emanzipation, wie Karl Marx sie formulierte - also "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist"[3] - steht das diametral entgegen; auch wenn Düringer noch so oft seine in diesem Zusammenhang gar nicht so unpassende Hamsterrad-Metapher bemüht. Auch dem von Theodor W. Adorno in der Minima Moralia formulierten Konzept, eine befreite Gesellschaft zu Denken als eine, in der die Einzelne "ohne Angst verschieden sein kann"[4], steht der Idee der herbeigesehnten kollektivistischen Volksmobilisierung der gleichen und gleichgeschalteten diametral entgegen.

Nur weil sich linke Gesellschaftskritik augenscheinlich in der Krise befindet, ist das kein Grund auf fahrende Züge aufzuspringen. Die politischen Strategien der FPÖ sind nicht nur inhaltlich, sondern auch formal falsch. Die Massen werden nicht von Führern emanzipiert – ob sie nun Düringer oder Strache heißen. Vielmehr ist eine Politikform, die auf starke Einzelpersonen setzt als emanzipatorische Option zum Scheitern verurteilt, weil sie nicht auf selbstständigem Denken und selbstbestimmtem handeln, sondern auf Obrigkeitshörigkeit basiert.

Roland Düringer im Club 2: Prolog
...
Roland Düringer im Club 2: Der Dritte Weltkrieg
Roland Düringer im Club 2: Die regressive "Utopie"

Anmerkungen und Quellen:
[1] Man kennt das aus Online-Diskussionen. Schreiben PosterInnen beispielsweise an das Ende ihrer Einträge Sätze wie "Jetzt könnt ihr mich steinigen", ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klar, dass es sich um einen Pseudo-Tabubruch oder zumindest um hanebüchenen Unsinn handelt. Eine rhetorische Strategie die sehr leicht zu durchschauen ist – allerdings nur in den seltensten Fällen tatsächlich als Immunisierungsstrategie gegen allfällige Kritik erkannt und thematisiert wird.
[2] Das Posting findet sich hier. Es handelt sich auch insofern um eine bemerkenswerte Fehleinschätzung, weil die FPÖ die Massen primär zur Wahlurne mobilisieren kann. Was Demonstrationen und Kundgebungen im öffentlichen Raum betrifft, hat die Linke trotz ihrer gesellschaftlich marginalisierten Position nach wie vor ein viel größeres Mobilisierungspotential.
[3] Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, MEW I, S. 385.
[4] Theodor W. Adorno, Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben, GS 4, S. 116.


Kommentare:

  1. düringer ist ein strachist, er sammelt rechtsextreme mit seinem schmäh, man lese die kommentare diesem video:


    http://www.youtube.com/watch?v=blcwwY2na7Y&context=C4e12b9dADvjVQa1PpcFNdL0MoLjPMJlpyBqOa-5iOAJcgwum5tVE=

    AntwortenLöschen
  2. So etwas feiges habe ich noch nie gesehen! Anonym einen Schwachsinn zu posten!!! UND dann noch .... der Text hat mit RD. nichts zu tun sondern ist ein Ejakulat aus Gedanken und schwarzem Saft welcher auf Papier platz genommen hat. Der Autor ist unbekannt, was sehr schade ist. Er hat sich keine Gedanken darüber gemacht wer seinen SCHWACHSINN eigentlich lesen will.
    Das HC S. ist an die Verfassung gebunden und was zwischen 36 und mitte 46 war war damals. Kornblumen oder nicht. Wer keine blauen Nelken kauft schont die Umwelt. Wie viele blaue Blumen kennen wir? Das immer wer mit diesem braunen Scheiß beginnt! RICHTIG UN K R E A T I V!!!!!

    Zurück zum Text ..... Sehr einseitig, bei wirklich kritischer Betrachtung stellt der Text inhaltlich eine Themaverfehlung dar weil er extrem eigensinnig die Ziele des Autors und dessen eigendarstellung und interpretationsgewalt wiederspiegelt. Note 4 PLUS! SETZEN!
    Reaktionen: heinzwondra@yahoo.com
    Politische Ausrichtung : Die Grünen - NEOS

    AntwortenLöschen
  3. düringer, alex jones, alle die selbe agenda, mises institut, stratfor....
    die sind neofaschos die einen auf libertär machen, mises war ein sozifresser und versprach sich unterstützung vom faschismus.

    düringer ist ein (äußerst dummer, weil ers selber nicht durchschaut) rechter, anti-sozialer (selbstverantworung) hetzer.

    AntwortenLöschen