Dienstag, 20. September 2011

"Du kennst die Wiener Verhältnisse nicht" - Eine (unfreiwillige) Mediensatire in vier Akten

Die österreichische Medienlandschaft ist mitunter so opportunistisch und korrupt, dass - in deren Mitte gepflanzt - selbst der Rapper Sido wie ein radikaler Gesellschaftskritiker wirkt. Tatsächlich so geschehen ist das am 9. September 2011. Michael Jeannée von der Kronen Zeitung betritt die Bühne der Castingshow Die große Chance (ORF eins) - vergleichbar mit Das Supertalent (RTL) - und versucht einen befreundeten Kandidaten zu pushen. Doch er hat nicht mit Sido gerechnet...

Samstag, 17. September 2011

23.-25. September 2011: Melodrama und Rebellion

In Wien findet kommende Woche ein Symposion zu Politik und Ästhetik in Europa und Lateinamerika statt. Einer von mehreren Schwerpunkten liegt auf der sowohl künstlerischen als auch theoretischen Auseinandersetzung mit dem Genre Telenovela.

Montag, 12. September 2011

Religion und ORF

Kirchen - in Österreich insbesondere die römisch-katholische - sind nach wie vor ein gesellschaftlicher Machtfaktor. Religionsgemeinschaften genießen hierzulande zahlreiche Privilegien und werden mit staatlichen Geldern großzügig subventioniert.

Mittwoch, 7. September 2011

South Park, "Mystery of the urinal deuce" [Staffel 10, Folge 9]

Anlässlich des bevorstehenden zehnten Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2001 werden auch VerschwörungstheoretikerInnen die mediale Aufmerksamkeit wieder für sich zu nutzen wissen. ORF 2 begann den Reigen schon eine Woche vor dem Jahrestag und strahlte die von Verschwörungstheorien durchtränkte Dokumentation 9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers aus.

Samstag, 3. September 2011

Österreich in den Grenzen vom 2. November 1918

Die Sendung Südtirol heute ist ein Kuriosum in der österreichischen Fernsehlandschaft. Als hätte es den Ersten Weltkrieg nie gegeben, suggeriert der ORF mit der 20 Minuten langen Nachrichtensendung, dass die Provincia autonoma di Bolzano nach wie vor zu Österreich gehört.

Donnerstag, 1. September 2011

One and a Half Man

Völlig verständnislos stehe ich dem Erfolg von Two and a Half Men (CBS) gegenüber. Die Serie ist so einfach gestrickt, dass selbst der Hauptdarsteller problemlos (in Abwesenheit!) herausgeschrieben und durch eine bisher nicht existente Figur ersetzt werden kann.

Donnerstag, 18. August 2011

Fünf sehenswerte "Black Books"-Folgen

Die für Channel 4 produzierte Sitcom Black Books verherrlicht Alkoholismus, Faulheit und Messietum. Im Zentrum stehen der misantropische Buchhändler Bernard Black (Dylan Moran), sein einziger Angestellter Manny Bianco (Bill Bailey) und die zeitweilige Ramschladen-Besitzerin Fran Katzenjammer (Tamsin Greig).

Freitag, 12. August 2011

Über die falsche Gewaltdebatte anlässlich der UK Riots

Am Beginn stand die mutmaßlich rassistisch motivierte Erschießung eines Mannes durch die britische Polizei. Was dann als "Tottenham Riots" folgte, weitete sich nach kurzer Zeit auf Leeds, Birmingham, Liverpool, Bristol, Manchester und andere Städte in England aus. Die Reaktionen von Medien und Politik waren von Anfang an tendenziös. Der folgende Artikel setzt sich exemplarisch mit der Fernsehberichterstattung von BBC World, BBC News, Sky News, ARD und ZDF am 9. August 2011 auseinander.

Samstag, 6. August 2011

Alexander Kluge und der Antisemitismus (4): Aber es gibt keine Antisemiten mehr

"Aber es gibt keine Antisemiten mehr". Diese Notiz stellten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer an den Beginn des VII. Abschnitts des in der Dialektik der Aufklärung enthaltenen Kapitels über die Elemente des Antisemitismus. Der Satz eröffnet jenen Teil des Kapitels, der dem 1944 geschriebenen Text 1947 angegefügt wurde.

Donnerstag, 4. August 2011

Alexander Kluge und der Antisemitismus (3): Der getriebene Künstler

"Denn das ist so triebgeladen und so triebstark, was der Künstler tut. Ja? Der ist ganz unbeherrscht, ist Triebtäter."[1]
(Alexander Kluge über Veit Harlan)

Eine spezifische Abwehrstrategie im Kunstbereich ist der Rückzug auf die Identität der Künstlerin bzw. des Künstlers. Im konkreten Fall verteidigt Alexander Kluge - seines Zeichens Filmemacher, Jurist und Miteigentümer der Fernsehentwicklungsgesellschaft dctp - den Regisseur Veit Harlan, der für den antisemitischen Hetz-Film Jud Süß und für viele andere nationalsozialistische Filme verantwortlich ist.