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Donnerstag, 10. Februar 2022

Komödie oder Tragödie? Autosoziobiographische Erzählstrategien in Robert Webbs "How Not To Be A Boy" und Édouard Louis "Wer hat meinen Vater umgebracht"

Sowohl Édouard Louis als auch Robert Webb erwarben sekundäre Bildungsabschlüsse, besuchten Universitäten, wo sie an für ihre späteren Karrieren wichtigen Netzwerke anknüpfen konnten, machten dann aber im Feld der Kunst Karriere. Louis als Autor primär autobiographischer Schriften, in denen er über Klasse, Männlichkeit, Rassismus, Homophobie und ihm zugefügter sexualisierter Gewalt schreibt. Webb als Komiker und Schauspieler, der zunächst mit der Sketchshow The Mitchell and Webb Look (BBC Two) und später durch die Sitcom Peep Show (Channel 4) bekannt wurde. Insbesondere Peep Show lässt sich als Kommentar auf unterschiedliche Ausagierungsstrategien von männlicher Sozialisation lesen.

Dienstag, 12. Juli 2016

Star Trek Kommunismus: Was wäre das für 1 Life?

Der kürzlich in ZEIT Campus erschienene Text "Warum ich Star Trek Kommunistin bin" von Laura Meschede fordert ein Ende der vermeintlichen Alternativlosigkeit: "Wir hatten eine schöne Zeit mit Geld und Privateigentum. Aber jetzt ist es Zeit, sich zu verabschieden." Das "Geld und Privateigentum" explizit genannt werden, der Staat aber in der Kritik weitgehend außen vor bleibt, begründet die Schwäche der weiteren Analyse. Sowohl der von Star Trek, als auch der des dort vermuteten und von der Autorin in ähnlicher Form herbeigesehnten "Star Trek Kommunismus".

Dienstag, 17. März 2015

Die BDS Bewegung und die antisemitischen Bilder von Carlos Latuff (3): Das Kapital und die USA

Im dritten und letzten Text über die Karikaturen von Carlos Latuff geht es um Zeichnungen, die sich nicht explizit mit Israel befassen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist inwiefern Latuffs antisemitisches Weltbild auch in diesen Karikaturen zum Ausdruck kommt.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Der Kanon der Fernsehwissenschaft

Die von Michael Grisko herausgegebenen Texte zur Theorie und Geschichte des Fernsehens (Reclam 2009) sowie die von Ralf Adelmann, Jan O. Hesse, Judith Keilbach, Markus Stauff und Matthias Thiele zusammengestellten Grundlagentexte zur Fernsehwissenschaft (UTB 2001) versuchen auf unterschiedliche Art und Weise einen Kanon zur Theorie, Geschichte und Analyse des Mediums Fernsehen zusammenzustellen.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Outside the closet, beyond humanity? Ambivalenzen queerer Science Fiction am Beispiel Torchwood

Die MacherInnen von Torchwood (BBC Wales u. a., 2006–2011) formulierten den Anspruch, aus der heterosexuellen Matrix der Mainstream-Science-Fiction auszubrechen. Eingelöst wird er nur bedingt.

Mittwoch, 17. April 2013

21. April 2013: KritTFM Brunch über Adornos "Fernsehen als Ideologie"

Am kommenden Sonntag findet der zweite Teil des Lesekreises zu Fernsehkritik bei Theodor W. Adorno statt, bei dem über den Text "Fernsehen als Ideologie" diskutiert werden soll.

Donnerstag, 28. März 2013

7. April 2013: KritTFM Brunch zu Adornos Fernsehkritik

Nach fast einem Jahr Funkstille meldet sich kritTFM (der Verein zur Förderung kritischer Theater-, Film- und Medienwissenschaft) mit einem kritTFM Brunch zurück. Bei - hoffentlich! - köstlichem kalten Buffet wird am Sonntag, den 7. April 2013, über Fernsehkritik bei Theodor W. Adorno diskutiert.

Donnerstag, 21. März 2013

Der März 1938 im März 2013 - Zum aktuellen Stand postnazistischer Medienwirklichkeit

Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland jährte sich dieser Tage zum 75. mal. ORF 2 versuchte die Ereignisse, deren unmittelbare Folgen und deren postnationalsozialistische Nachwirkung im Rahmen eines Programmschwerpunktes zu beleuchten.

Freitag, 15. März 2013

60 Jahre Fernsehen als Ideologie

Der Text "Fernsehen als Ideologie" wurde 1953 im Heft 4 der Zeitschrift "Rundfunk und Fernsehen" publiziert. Entstanden ist er aus einer in den USA durchgeführten Pilotstudie. Ihre Ergebnisse wurden ein Jahr später in der amerikanischen Fachzeitschrift "The Quarterly of Film Radio and Television" unter dem Titel "How to Look at Television" veröffentlicht.

Sonntag, 9. September 2012

Besser kein Adorno-Preis

Der von der Stadt Frankfurt gestiftete und mit 50.000 Euro dotierte Theodor-W.-Adorno-Preis ist nicht erst seit der Entscheidung, ihn Judith Butler zu überreichen, kritikwürdig. 2009 hat ihn Alexander Kluge erhalten. 1995 wurde er an Jean-Luc Godard verliehen.

Montag, 5. März 2012

Roland Düringer im Club 2: Die regressive "Utopie"

Was sich in den politischen Auftritten von Roland Düringer und Georg Schramm ausdrückt, hat wenig mit emanzipatorischer Gesellschaftskritik zu tun. Kapitalistische Verhältnisse werden nur vorgeblich (im Fall von Schramm) bzw. gar nicht (im Fall von Düringer) kritisiert. Während Schramm eine Konkretisierung dieser Verhältnisse in strukturell antisemitischer Manier bei den bösen Banken und im Zins-System sucht, betont Düringer im Club 2 (ORF 2), dass es ihm nicht darum ginge Sündenböcke zu suchen (obwohl er das letztlich trotzdem tut). Schuld seien vielmehr wir alle und eine Lösung für dieses Problem sei der Rückzug aus der Sphäre des Politischen.

Dienstag, 28. Februar 2012

Roland Düringer im Club 2: Alle Parteien sind gleich - nur die FPÖ ist links

Politik als Möglichkeit der Gestaltung kann Roland Düringer wenig abgewinnen. Ob SPÖ, ÖVP, BZÖ, FPÖ oder Grüne - alle sind für ihn gleich verdammenswert. Es handle sich nicht um "Politiker" sondern um "Politikerschauspieler, die so tun als wenn sie Politiker wären", klärt uns der Schauspieler Düringer im Club 2 (ORF 2) auf.

Sonntag, 19. Februar 2012

Star Trek: Wofür bürgen die Borg?

Die Soziologin Andrea zur Nieden hat sich in einer äußerst lesenswerten Monographie mit den Borg beschäftigt. Was in Star Trek als "radikal Anderes" vernichtet werden soll, ist - so die zentrale These des Buches - "nichts weiter als das Projektionsbild der eigenen Ängste vor der Auflösung des Subjekts in ein bloßes Element totalitärer Technologie." (S. 149)

Samstag, 10. Dezember 2011

Game Over Donnerstalk

Aufgebaut mit einem "Weißen Spritzer" legt der Kabarettist Roland Düringer, in der Rolle des "Initiators des ersten Wutbürger-Kongress Österreichs", so richtig los. Er sei nicht links und natürlich auch nicht rechts, sondern Teil der arbeitenden Mittelschicht, deren Konsumwahn das System am laufen halte. Alles sei so unendlich bürokratisch, alle lügen uns an, die "Politmarionetten" dienen nicht mehr der Gemeinschaft und die Medien sind abhängig und verbreiten Falschinformationen. Am Ende des Videos erhebt sich der ganze Saal und skandiert gemeinsam mit Düringer "Wir sind wütend!"

Sonntag, 20. November 2011

Das Twilight-Trittbrett

Anlässlich des Kinostarts von The Twilight Saga: Breaking Dawn (oder: Biss zum Ende der Nacht - so der etwas holprige deutsche Titel) hat sich die mediale Präsenz von Vampir-Geschichten wieder einmal signifikant erhöht. Nicht zuletzt deshalb versammeln sich zahlreiche TrittbrettfahrerInnen, die im Windschatten des Twilight-Hypes um mediale Aufmerksamkeit ringen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie kaum in der Lage sind brauchbare Kritik an den Filmen zu formulieren - geschweige denn die ideologischen Wurzeln diverser Vampir-Mythen adäquat zu erörtern.

Samstag, 6. August 2011

Alexander Kluge und der Antisemitismus (4): Aber es gibt keine Antisemiten mehr

"Aber es gibt keine Antisemiten mehr". Diese Notiz stellten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer an den Beginn des VII. Abschnitts des in der Dialektik der Aufklärung enthaltenen Kapitels über die Elemente des Antisemitismus. Der Satz eröffnet jenen Teil des Kapitels, der dem 1944 geschriebenen Text 1947 angegefügt wurde.

Samstag, 30. Juli 2011

Alexander Kluge und der Antisemitismus (1): Harlan - Im Schatten von Jud Süß

Die Dokumentation Harlan - Im Schatten von Jud Süß von Felix Moeller zeigt postnazistische Verhältnisse als familiäre Konstellation. Interviewt werden Mitglieder der Familie Harlan, darunter die Kinder und Enkelkinder von Veit Harlan, dem Regisseur des antisemitischen Propagandafilms Jud Süß. Die Interviews wurden etwas mehr als 60 Jahre nach der militärischen Niederschlagung des nationalsozialistischen Regimes geführt. Diese Artikelreihe handelt jedoch nicht von diesem – durchaus sehenswerten – Dokumentarfilm. Vielmehr geht es um ein Interview mit dem Filmemacher und Fernsehproduzenten Alexander Kluge, dass sich als Bonusmaterial auf der Kauf-DVD von Harlan - Im Schatten von Jud Süß befindet.

Montag, 14. Februar 2011

Der Trug des verdoppelten Lebens – Theodor W. Adornos "Prolog zum Fernsehen"

Die Fernsehkritik von Theodor W. Adorno wird oftmals als dem Gegenstand nicht adäquat, veraltet oder gar kulturpessimistisch beschrieben. Doch gerade aus einer gesellschaftskritischen Perspektive ist Adornos "Prolog zum Fernsehen" bis heute als radikale Gegenposition zum positivistischen und postmodernistischen Mainstream der Fernseh- und Medienwissenschaft aktuell.

Freitag, 28. Januar 2011

Blinde Flecken im Garten der Information - DCTP und der Tag der Auschwitz-Befreiung

Der Tod von Giuseppe Verdi, der Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, ein spektakulärer Einbruch in eine Berliner Bank und das Ende der Belagerung von Leningrad. Mehr fällt den BetreiberInnen des Twitter Accounts von DCTP zum 27. Jänner, dem 66. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, nicht ein.